Wie klingt Geschichte – heute?
Mit echo:chamber bringt Stegreif drei kammermusikalische Werke des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Musik, die unter Krieg, Diktatur und Umbruch entstand und bis heute nachhallt. Richard Strauss’ Metamorphosen (1945) zeichnen ein tief bewegendes musikalisches Bild vom Ende einer Epoche. György Ligetis Sechs Bagatellen (1953) spiegeln die Spannung und Zerrissenheit der Nachkriegszeit wieder. Alfred Schnittkes Stille Musik (1979) öffnet mit radikaler Reduktion einen Raum für das, was sich kaum in Worte – oder Töne – fassen lässt. Zwischen Verlust und Hoffnung, Zerstörung und Neubeginn entführt echo:chamber das Publikum in Klangwelten, die berühren und aufrütteln.
Doch das Konzert bleibt nicht in der Vergangenheit stehen: echo:chamber eröffnet auch den Musiker*innen immer wieder Räume, um den Originalwerken, Improvisationen und szenische Elemente gegenüberzustellen und diese zu verschmelzen. Spontan, intensiv und aus dem Moment heraus entsteht ein Konzerterlebnis, das Musiker*innen und Publikum verbindet und einen gemeinsamen musikalischen Dialog über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ermöglicht.
Bild: Frederik Ferschke